Über diese Abteilung

„Schlechtes Voodoo ist keine Diagnose.“ Wenn normale Ärzte nicht mehr weiter wissen, dann wenden sich die Patienten an die entsprechenden Spezialisten, die auch mal unkonventionelle Methoden anwenden, um zu einer Lösung zu kommen. Das Stichwort heißt hier „Differentialdiagnostik“, und wer könnte das besser als Gregory House?
Und im Rahmen dieser Seite werde ich mal erklären, wie das alles so funktioniert...

Diagnostik - So funktioniert es:

Schätze, einige von euch wird es schon länger interessieren, wie ich zu meinen Diagnosen komme. Der Ansatz dazu heißt, wie sollte es auch anders sein: Differentialdiagnostik. Wenn ich es nicht gerade in der elektronischen Variante namens Textverarbeitung mache oder in der "Angeberversion" als pure Kopfarbeit, dann geht es auch handschriftlich. Nennt sich dann Whiteboard-Prinzip. Wie sowas aussieht, kennen alle Fans der Serie "Dr. House", aber ein Beispiel gebe ich Euch mal hier ausführlicher.

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Zunächst braucht es erstmal eine Liste aller Symptome. Dann geht's weiter mit Überlegungen, wie die Zusammenhänge aussehen könnten. Hat man dann erste Vermutungen, kann man nachforschen bei Krankheiten, die diese Symptome aufweisen.
Da aber viele Krankheiten oft ähnliche Anzeichen haben, geht es weiter nach dem Ausschlußverfahren. Dazu checkt man alle Querverweise auf ähnliche Erkrankungen. Irgendwann landet man bei einer möglichen Diagnose, die alles erklärt. Dann nur noch endgültig abklären und fertig.
Das ist die einfachste Erklärung dazu, wie ich vorgehe. Meine Quellen zur Nachforschung sind nicht das Netz und Wikipedia, weil ich diese (bis auf seriöse Seiten) zu riskant finde. Daher nutze ich lieber echte Fachbücher. Ein bißchen Intuition gehört auch dazu, um unter gewissen Umständen die Daten zusammenzufügen. Ganz gelegentlich ist es aber ein Geistesblitz – auch schon vorgekommen.
Normalerweise sollten alle Ärzte ähnlich vorgehen, auch wenn es theoretisch ohne die Tafel geht. Aber es hat den Vorteil, daß man die ganzen Daten nicht im Kopf behalten muß – es befreit sozusagen den Arbeitsspeicher zum Nachdenken. Und bei mir ist es noch doppelt wichtig, schließlich mache ich das alles hier ja ohne Team...

Was auch eine gute Hilfe ist, ist folgendes:

In der Diagnostik helfen auch oft die Laborwerte. Um aber hier die Durchsicht zu behalten, und zu einem Ergebnis zu kommen, muß man oft zwischen den Zeilen lesen: Wo sind die Gemeinsamkeiten? Zu welcher Erkrankung passen die Werte am besten?
Wenn ich mir eine Liste erstelle, lasse ich alle Werte drin, allerdings ist eine Kennzeichnung von Daten, die außerhalb der Grenzwerte waren oder sehr dicht am oberen oder unteren Limit liegen, übersichtlicher. Letzteres kann manchmal auch ausschlaggebend sein.
Welche Krankheiten zu den jeweiligen Werten passen, schreibe ich mir in eine Extraspalte dazu. Was mir am wahrscheinlichsten vorkommt (bzw. gehäuft auftritt), merkiere ich entweder fett oder kursiv.
Tut mir nur einen Gefallen, und fragt mich nicht nach sämtlichen Abkürzungen, die in solchen Berichten vorkommen können. Ich könnte sie Euch erklären, aber das würde den Rahmen sprengen. Die Medizin leidet leider auch unter "Aküfi" - Abkürzungsfimmel. Ist aber verständlich, bedenkt man viele der Wortungetüme.