Medizinerhumor und anderes

ACHTUNG! Zum Teil nicht ganz jugendfrei!


Da soll mal einer sagen, Mediziner hätten keinen Humor...

Folgendes Stichwort taucht so wörtlich (bis auf die „Übersetzungen“ der Fachbegriffe für diese Website) im „Pschyrembel“, auch bekannt als „Klinisches Wörterbuch“ in der 260. Ausgabe auf Seite 1728 auf:

Vorbemerkung: Die Grundlage dazu schuf Loriot. Die Quelle ist oben angegeben.

Steinlaus: (engl.) stone louse; syn. Petrophaga lorioti (so hieße das Tierchen auf lateinisch); kleinstes einheimisches Nagetier (Größe 0,3 – 3 mm) aus der Familie der Lapivora (Steinfresser zu gut deutsch) mit den Subspecies (Unterarten) Nieren-Steinlaus (Petrophaga lorioti nephrotica) (Nephro- = Niere), Blasen-Steinlaus (P. lorioti vesicae) (Vesica = Blase), Gallen-Steinlaus (P. lorioti cholerica) (Chol- = Galle) und Gemeine Steinlaus (P. lorioti communis) (communis = allgemein vorkommend, häufig); Erstbeschreibung 1983;
Vorkommen: Höhlen, Steinbrüche; z.T. als Kommensale (siehe Kommensalismus (= Symbiose, Parasitismus)) in verschiedenen menschlichen Organen; ernährt sich in der freien Natur von Silikaten (Hauptbestandteil von Sand und Gestein!), im menschlichen Körper von Kalk-, Bilirubin-, oder Cholesterol-Konkrementen (die entprechenden Steinzusammensetzungen der Leiden); häufig Befall des Menschen mit den Symptomen Euphorie und typische Mimik (Kontraktion des Musculus risorius und Musculus orbicularis oculi) (Anspannung der Mundwinkelmuskulatur und den Lachmuskeln im Augenwinkel); Ursache möglicherweise Stoffwechselprodukte der Steinlaus, die die Endorphin-Ausschüttung stimulieren (Endorphin ist ein körpereigenes Opiat und gleichzeitig ein Glückshormon);
Übertragung: durch Speichel (sog. Kissing stone louse disease);
Nachweis: wegen der Lichtscheu mikroskopisch äußerst schwierig; evtl. molekulargenetisch nach PCR (eine Testmethode zur Gensequenzierung); röntgenologisch durch Darstellung der inkorporierten Konkremente (vom Körper aufgenommene Stoffzusammensetzung);
Verwendung: Stoffwechselprodukte der Steinlaus werden intensiv erforscht; potentieller Einsatz als homöopathisches Konstitutionsmittel (Petrophaga LM6) und Antidepressivum; Lausotoxin-Injektionen in Gesichtsmuskeln (begünstigt die Entstehung von Lachfalten); erste Versuche der intrakorporalen Petrophagen-Lithotripsie (Abk. IPL) mit experimentell ausgehungerten Nieren-Steinläusen; nicht-invasive Zahnsteinentfernung (Gemeine Steinlaus); Erforschung weiterer möglicher Anwendungsgebiete unsicher, da in der Regel des GKV-Modernisierungsgesetzes Diagnose- und Therapiemaßnahmen bei Steinlausbefall aus dem Leistungskatalog gestrichen wurden.

Lachen ist eben doch manchmal die beste Medizin – kostet nichts, hat nur positive Nebenwirkungen... Daher möge man mir mal diese Ausnahme (längeres Zitat mit Quellenangabe) gestatten. Außerdem wird wohl kaum ein anderer Leser hier Zugriff auf solche Daten haben.

Und sowas kommt dabei raus, wenn ich mich selbst auf die Schippe nehme:

Morbus Laurie-House, Ernster Fall von

Diagnose: Der Patient benimmt sich eher seltsam, manchmal wie ein Comedian, manchmal wie ein allwissender Klugscheißer mit etwas Sarkasmus und seltsamen Humor, was sich andere Leute, die dieses Verhalten beobachten, Sorgen machen läßt über die geistige Gesundheit des Patienten.
Weitere Symptome beinhalten eine sehr gute Kopie des Verhaltens der Namensgeber dieser Krankheit, bis zu dem Punkt, an dem der Patient unbedingt einer von ihnen sein WILL, einschließlich die Suche nach gewissen Charakteren, Mails auf eine bestimmte Weise zu unterzeichnen und sogar soweit zu gehen, ein Namensschild zu tragen wie die Figuren der Lieblings-TV-Show des Patienten, und zu reagieren, wenn er mit dem Namen eines der Namensgeber dieser Krankheit angesprochen wird.
Diese Krankheit ist definitiv nicht-tödlich und es gibt keine bekannten Nebenwirkungen, außer daß der Patient seiner Umwelt Spaß macht, und selbst auch viel Spaß hat. Wie auch immer, die Möglichkeit einer Überdosis besteht!

Behandlung: Bisher gibt es nur Vorschläge, da Morbus Laurie-House noch eine recht neue Erkrankung ist. Diese Vorschläge beinhalten den Patienten in seinem Zustand zu belassen, bis sich die Effekte (eventuell) von selbst legen, mitzuspielen und sich keine Sorgen zu machen. Und für alle Betroffenen gilt, Spaß zu haben, so lange wie es andauert.


Gregory House, M.D.
Princeton Plainsboro, Abteilung für diagnostische Medizin

(Yeah, hab meinen Namen ans Ende der Benennung gepackt, damit ich mit meiner Bescheidenheit angeben kann
;-))

Was passiert, wenn ich mich selbst auf die Schippe nehme, steht hier ja schon. Aber dies kommt dabei heraus, wenn ich mich ernst nehme:

Weder aus Angst, noch aus Flucht vor der Realität
Tue ich, was ich tue.
Es ist nicht nur, weil es sich richtig anfühlt,
Es ist aus Leidenschaft, es ist - einfach ausgedrückt,
Weil ich mich kümmere.
Auch wenn es scheint, ich lebte in einer Fantasie,
Für mich ist es realer als es aussieht.
Selbst wenn Fiktion seltsam erscheinen mag,
Die Wahrheit kann oft noch seltsamer sein.
In meiner Welt kann ich sein, wer immer ich will,
Und für was ich tue, gibt es nur eine Wahl.
Selbst wenn es für die gesamte Welt nur ein fiktiver Charakter ist -
Hier bin ich, mein Herz sagt mir, es ist recht, es gibt keinen anderen Weg.
Keinen anderen Namen, egal, was kommt.
Und so lange ich es will, so lange es sein muß
Werde ich, und bin es schon, der Gregory House dieser Welt sein.


Tja, es gibt also einen Grund für all das hier... Eigentlich mehr als einen, aber das ist eine andere Story...

Und noch mehr, aber in diesem Fall aus einem anderen Buch. Ich muß hier allerdings übersetzen, weil es im Original auf Englisch ist. Ich wüßte auch nicht, daß dieses Buch auf Deutsch existiert - aber es steht sehr wohl in einem der Regale im Team-Konferenzzimmer in der TV-Serie. (was zumindest beweist, daß die Bücher echt sind!) Folgende Auszüge sind zum Teil wirklich witzig, aber manche auch eher nur für den Leser - für den betroffenen Patienten sicherlich nicht... Es gibt Leute, die sagen zwar, ich hätte einen eher kranken Sinn für Humor, aber ich will Euch dies hier trotzdem nicht vorenthalten. Der Titel des Buches: "Dynamic Differential Diagnosis", geschrieben von einem gewissen R. Douglas Collins, M.D., der sogar mal einen Kurs in Differentialdiagnostik gegeben hat.
Auf geht's also - gepaart mit meinen Anmerkungen dazu.

Seite 26 - D - Degenerativ. In der Tat ein seltener Auslöser für Brustschmerzen. (Der Abschnitt im Allgemeinen ist über Schmerz, unterteilt in die diversen Körperabschnitte. Man denke sich in diesem Fall eine Frau mit schrumpfenden Brüsten...)
Seite 32 - M - Malformation (Fehlformation) beinhaltet ein unproportional großes oder verformtes männliches Glied (nicht amüsant für den entsprechend getroffenen Mann)... (Der Teil ist über Schmerzen beim - Ihr habt es sicher vermutet - Geschlechtsverkehr.)
Seite 71 - Thrombosen im Corpus cavernosis (Schwellkörper für die Laien) sind nicht ungewöhnlich bei Erkrankungen des Blutes (besonders Leukämie), und die resultierende Dauererektion könnte Neid beim Beobachter auslösen und sogar eine humorvolle Reaktion, aber nicht für den Patienten. (Da haben wir sogar den Dauerständer! Wer sagt denn, daß medizinische Fachliteratur nicht auch zum Lachen führen kann, wenn man sich das mal bildlich vorstellt. Sollte ja auch nicht allzu schwierig sein *grins*)
Seite 123/124 - Aber warum anhand von Wahrscheinlichkeiten diagnostizieren? Ein systematischer Ansatz verhindert Fehldiagnosen und sollte mehr Spaß an der Medizin machen. (Genau deswegen läuft es in der TV-Serie so (oder wenn ich es mache) - es ist wie ein Puzzle/Rätsel. Und es hält den Kopf fit!)